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14.07.2015

Musikfest-Preis an Janine Jansen

Die niederländische Geigerin Janine Jansen erhält den Musikfest-Preis Bremen 2015. Mit dem undotierten Preis zeichnet das Festival seit 1998 jährlich bedeutende Solisten, Ensembles, Orchester und Dirigenten aus, die durch ihr herausragendes künstlerisches Wirken in der internationalen Musikwelt eigenständige Akzente gesetzt haben. Preisträger der vergangenen Jahre waren u. a. Jessye Norman, Nikolaus Harnoncourt, Marc Minkowski, Anne Sofie von Otter, Hélène Grimaud, Masaaki Suzuki und Ottavio Dantone.

Janine Jansen, 1977 im niederländischen Soest in der Provinz Utrecht geboren, stammt aus einer Musikerfamilie und stand schon als 10-Jährige zum ersten Mal vor Publikum auf einer Bühne. Mit ihrem gefeierten Debüt im Concertgebouw Amsterdam im Jahr 1997 wurde sie schlagartig bekannt und gilt heute international als eine der größten Geigerinnen ihrer Generation, die regelmäßig mit den renommiertesten Orchestern der Welt auf der Bühne steht. Daneben ist sie mit Leidenschaft Kammermusikerin und kuratiert seit 2003 das von ihr gegründete und hochkarätig besetzte Internationale Kammermusikfestival in der Vredenburg in Utrecht.

„Als Solistin wie als Kammermusikerin vereint Janine Jansen in höchstem Maß Virtuosität, Ausdrucksreichtum und Charme. In ihren Auftritten besticht sie durch ein höchst nuanciertes Spiel, das in faszinierendem Einklang mit ihrem Sinn für Proportionen und Klang steht und mit dem sie souverän das gesamte Universum musikalischer Entäußerung durchschreitet. Gerade als Kammermusikerin lässt sie sich völlig auf ihre Mitstreiter ein und agiert mit ihnen stets auf Augenhöhe. Besonders durch ihren unbedingten Einsatz für die Kammermusik hat sie den ganz besonderen Reiz dieser Kunstgattung mitreißend erlebbar gemacht und dem Festival mit ihrer künstlerischen Integrität unvergessliche Konzertabende geschenkt“, begründet die Jury die Entscheidung.

Im diesjährigen Musikfest ist Janine Jansen mit ihrem außergewöhnlichen Kammermusik-Projekt „Bach & Haydn – neu gehört“ in der Bremer Glocke zu Gast: Am Donnerstag, 10. September, bringt sie mit befreundeten Musikerkollegen „Die Sieben Worte Jesu Christi am Kreuz“ von Joseph Haydn in einer eigens zusammengestellten Fassung für Streichquartett und vier Gesangssolisten zur Aufführung und präsentiert daneben Auszüge aus Johann Sebastian Bachs „Goldberg-Variationen“ in der Fassung für Streichtrio von Dmitri Sitkovetsky. Im Rahmen dieses Konzertes wird ihr auf der Bühne in der Glocke der Musikfest-Preis verliehen. Einen Tag später gibt sie im Rittersaal von Schloss Gödens in Friesland zwei Kammerkonzerte mit Itamar Golan (Klavier), bei denen Werke von Johannes Brahms, Béla Bartók, Fritz Kreisler und Manuel de Falla auf dem Programm stehen werden.