Musikfest-Preis an Janine Jansen

Bremen, 15. Juli 2015 / cp

Niederländische Geigerin wird für ihre Verdienste in der internationalen Musikwelt geehrt

Die niederländische Geigerin Janine Jansen erhält den Musikfest-Preis Bremen 2015. Mit dem undotierten Preis zeichnet das Festival seit 1998 jährlich bedeutende Solisten, Ensembles, Orchester und Dirigenten aus, die durch ihr herausragendes künstlerisches Wirken in der internationalen Musikwelt eigenständige Akzente gesetzt haben. Preisträger der vergangenen Jahre waren u. a. Jessye Norman, Nikolaus Harnoncourt, Marc Minkowski, Anne Sofie von Otter, Hélène Grimaud, Masaaki Suzuki und Ottavio Dantone.

Janine Jansen, 1977 im niederländischen Soest in der Provinz Utrecht geboren, stammt aus einer Musikerfamilie und stand schon als 10-Jährige zum ersten Mal vor Publikum auf einer Bühne. Ihr Studium am Konservatorium Utrecht schloss sie 1998 mit Auszeichnung ab. Bereits ein Jahr zuvor wurde sie mit ihrem gefeierten Debüt im Concertgebouw Amsterdam schlagartig bekannt und gilt heute international als eine der größten Geigerinnen ihrer Generation. Regelmäßig steht sie mit den renommiertesten Orchestern der Welt auf der Bühne, darunter das Koninklijk Concertgebouworkest, die Berliner Philharmoniker, das London Symphony Orchestra, das New York Philharmonic, das Chicago Symphony Orchestra und das NHK Symphony Orchestra Tokyo, und arbeitet mit herausragenden Dirigenten wie Mariss Jansons, Esa-Pekka Salonen, Riccardo Chailly, Paavo Järvi, Valery Gergiev, Vladimir Jurowski, Yannick Nézet-Séguin, Sakari Oramo und Sir Antonio Pappano. Daneben ist sie mit Leidenschaft Kammermusikerin und kuratiert seit 2003 das von ihr gegründete und hochkarätig besetzte Internationale Kammermusikfestival in der Vredenburg in Utrecht. Janine Jansen spielt die „Barrere“-Violine von Antonio Stradivari (1727), eine langfristige Leihgabe der Elise Mathilde Foundation.

Ihr Musikfest-Debüt gab Janine Jansen 2008, als sie sich im Rahmen des Eröffnungsabends „Eine große Nachtmusik“ in der Glocke begleitet vom Mahler Chamber Orchestra unter der Leitung von Antonello Manacorda mit Tschaikowskys Violinkonzert präsentierte. Am darauffolgenden Tag gab sie mit ihren befreundeten Musikerkollegen Martin Fröst (Klarinette), Torleif Thedéen (Violoncello) und Itamar Golan (Klavier) ihren Einstand als Kammermusikerin mit Antonín Dvoráks Klaviertrio f-Moll op. 65 und Olivier Messiaens „Quatuor pour la fin du temps“. Ein Jahr später brillierte sie erneut mit einem Kammermusik-Programm und brachte im Trio mit Boris Andrianov (Violoncello) und Itamar Golan (Klavier) Werke von Igor Strawinsky, Sergej Prokofjew und Pjotr Iljitsch Tschaikowsky zur Aufführung. Im Musikfest 2011 begeisterte sie im Duo mit Itamar Golan (Klavier) mit Werken von Edvard Grieg, Krysztof Szymanowski, Olivier Messiaen und Maurice Ravel. Im vergangenen Jahr trat sie sowohl im Rahmen des Eröffnungsabends „Eine große Nachtmusik“ in der Oberen Rathaushalle als auch in der Johannes a Lasco Bibliohtke Emden mit der Amsterdam Sinfonietta mit Werken von Antonio Vivaldi, Ludwig van Beethoven, Alban Berg, Erich Wolfgang Korngold und Astor Piazzolla auf.

„Als Solistin wie als Kammermusikerin vereint Janine Jansen in höchstem Maß Virtuosität, Ausdrucksreichtum und Charme. In ihren Auftritten besticht sie durch ein außerordentlich nuanciertes Spiel, das in faszinierendem Einklang mit ihrem Sinn für Proportionen und Klang steht und mit dem sie souverän das gesamte Universum musikalischer Entäußerung durchschreitet. Gerade als Kammermusikerin lässt sie sich völlig auf ihre Mitstreiter ein und agiert mit ihnen stets auf Augenhöhe. Besonders durch ihren unbedingten Einsatz für die Kammermusik hat sie den ganz besonderen Reiz dieser Kunstgattung mitreißend erlebbar gemacht und dem Festival mit ihrer künstlerischen Integrität unvergessliche Konzertabende geschenkt“, begründet die Jury die Entscheidung.

Im diesjährigen Musikfest ist Janine Jansen mit ihrem außergewöhnlichen Kammermusik-Projekt „Bach & Haydn – neu gehört“ in der Bremer Glocke zu Gast: Am Donnerstag, 10. September, bringt sie zusammen mit Gregory Ahss (Violine), Nimrod Guez (Viola), Nicolas Altstaedt (Violoncello), Sibylla Rubens (Sopran), Margot Oitzinger (Mezzosopran), Jan Kobow (Tenor) und Peter Kooij (Bass) „Die Sieben Worte Jesu Christi am Kreuz“ von Joseph Haydn in einer eigens zusammengestellten Fassung für Streichquartett und vier Gesangssolisten zur Aufführung und präsentiert daneben Auszüge aus Johann Sebastian Bachs „Goldberg-Variationen“ in der Fassung für Streichtrio von Dmitri Sitkovetsky. Im Rahmen dieses Konzertes wird ihr auf der Bühne in der Glocke der Musikfest-Preis verliehen. Einen Tag später gibt sie im Rittersaal von Schloss Gödens in Friesland zwei Kammerkonzerte mit Itamar Golan (Klavier), bei denen Werke von Johannes Brahms, Béla Bartók, Fritz Kreisler und Manuel de Falla auf dem Programm stehen werden.

Fotos von Janine Jansen zum Downloaden unter www.musikfest-bremen.de in der Rubrik „Presse & Medien“ (alphabetische Reihenfolge)

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Musikfest Bremen GmbH, Carsten Preisler, Tel. 04 21 / 33 66 660, e-Mail: preisler@musikfest-bremen.de

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